Dario Azzelini
Selbständige Beschäftigung - Zwang oder freie Entscheidung!

Linz, 25.09.02

Zuerst möchte ich kurz zu dem Moriana Projekt etwas sagen. Es wurde in 7 Städten durchgeführt, und war ein europäisches Forschungsprojekt von einem italienischen Forschungsinstitut. Es ging um die Situation von Kleinstselbstständigen, FreiberuflerInnen etc. Dies mit einem erneuerten Ansatz dessen, was früher einmal Arbeitermituntersuchung hiess, nämlich militante Untersuchung. Das heisst, die Leute die in den Verhältnissen stecken, analysieren selbst ihre Arbeitssituation, versuchen selbst ihre Bedürfnisse zu beschreiben, versuchen selbst diesen Arbeitsprozess zu beschreiben, und werden, durch einen Intervention des/der ForscherIn, versucht in eine bestimmte Richtung zu drängen. Nämlich in die Richtung, für ihre Interessen zumindest zu einer Selbstformulierung zu kommen, wenn nicht gar zu einer Selbstorganisierung. Letzteres hat bei dem Projekt nicht geklappt, oder nur zu ganz kleinen Teilen.
In dem Rahmen habe ich 1999 und 2000 im ersten Jahr zunächst die Gesamtsituation in Berlin sozial und ökonomisch untersucht, wie sich das in den letzten 10 Jahren entwickelt hat, was der Stand ist und was die Wahrnehmung bei den sogenannten Makroakteuren ist. Bei Leuten aus dem akademischen Bereich die sich damit beschäftigen, bei PolitikerInnen, bei GewerkschaftsvertreterInnen, oder bei Leuten, die sich aus dem 3. Sektor mit dieser Thematik beschäftigen.
Im zweiten Jahr wurden dann 30 Leute interviewt, die in verschiedensten dieser selbstständigen, freiberuflichen Beschäftigungen stecken, also nicht alles cultural workers sondern ein sehr breites Feld. Es war sehr erstaunlich, dass weitgehend ein sehr starkes Bewusstsein über die Vor- und Nachteile vorhanden war, und eine sehr ausgeprägte Fähigkeit diese Verhältnisse zu beschreiben und auch eine sehr ausgeprägte Fähigkeit Lösungsansätze anzudenken.
Woran es gefehlt hat - und dass ist wahrscheinlich der zentrale Punkt - war die Antwort auf die Fragen: "Wie setzt man solche Interessen durch?" Wie repräsentiert man sie? Was kann man für eine Organisation oder Organisierungsform finden? Wie kann man das nach aussen tragen? Wie kann man dafür sorgen, dass es nicht nur zur Kenntnis genommen wird, sondern sich auch etwas bewegt?
Das ist etwas, was die Befragten auch in dieser Form nicht für sich lösen konnten.

Kommen wir zu dem Punkt Zwang oder freie Entscheidung. Ich würde genauso - wie Monika Mokre - sagen, dass es eigentlich die falsche Frage ist. Weil es einfach viele Bereiche gibt, wo es nicht die Entscheidung ist. Wenn ich heute z.B. Journalist werden will, dann kann ich das in 2 von 100 Fällen über die Journalistenschule machen, in 98 Fällen mache ich das als Freiberufler, und versuche irgendwie reinzukommen. In der Hälfte der Fälle lande ich als Taxifahrer oder so, und schreibe ab und zu Artikel.
Zusätzlich kommt die Frage hinzu, was man für einen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt hat, um dann die Frage beantworten zu können, ist das ein Zwang oder eine freie Entscheidung. Für Frauen und für Migranten und Migrantinnen, für Leute die in einem Alter sind, in dem sie eben nicht mehr als jung, dynamisch und flexibel angesehen werden, ist dieser Zugang zum regulären Arbeitsmarkt schlechter bis gar nicht vorhanden. Das heisst dass sich hier diese freie Entscheidung sehr stark relativiert.

Allerdings hat es auch sehr viel damit zu tun bestimmte Arbeitsmodelle, Tätigkeitsfelder vorzuziehen. Bei dieser Befragung wurden eigentlich 3 Punkte von den Befragten genannt, die ihnen sehr wichtig sind, und warum für sie diese Art von Beschäftigung wichtig ist.
Zum einen die Möglichkeit über Arbeitszeiten und Arbeitsrhythmen selbst zu entscheiden.
Der zweite Punkt ist die Abwesenheit eines direkten Kommandos und einer direkten Kontrolle.
Der dritte Punkt ist eine gewisse politische, moralische, ethische oder kulturelle, soziale Kompatibilität dieser Beschäftigung mit der eigenen Person.

Wir waren bei dem Projekt nicht so "naiv", den Befragten einfach abzunehmen, dass sie alles in ihrer Beschäftigung verwirklichen können, sondern haben genauer geschaut wie diese Arbeitsautonomie tatsächlich aussieht. Eine Frage war z.B.: Wenn du einen Tätigkeit zu machen hast, wer entscheidet darüber, wer definiert diese Tätigkeit die zu machen ist? Wieviel Definitionsspielraum hast du darin? Wer definiert die Zeiten, oder sind sie von aussen vorgegeben?
Es kam heraus, dass eine wirkliche Arbeitsautonomie zumindest bei den Befragten was Arbeitszeiten betrifft, etwa bei 40% gegeben war.

Natürlich ist das ein gesellschaftliches Bild ist, das aufgebaut und realitätsmächtig wird, über das man nicht so einfach darüberwischen kann, und sagen, "das stellst dur dir alles so vor". So wie das die Gewerkschaften machen. "Das was du brauchst ist ein genormter Arbeitszeitvertrag, Vollzeit, da musst du wieder hin". Das entspricht absolut nicht den Bedürfnissen der meisten dieser Leute.
Bei den Befragten gab es auch mehrere Fälle von Personen auf die das zutrifft. 2 kann ich konkret benennen.
Einer hatte die Fabrik von seinem Vater übernommen mit 400 Arbeitern, hat das ein Jahr gemacht hat sich dann seinen Erbanteil auszahlen lassen und ist jetzt prekärer Sozialwissenschaftler und findet das irgendwie trotzdem besser.
Ein anderer hat einen Computerschulungsbetrieb aufgebaut, hatte zeitweise bis zu 12 Angestellte mit denen er computerschulungen vorgenommen hat. Als es die Verträge zuliessen, hat er das ganze Ding liquidiert, und arbeitet jetzt wieder als Freiberufler im Computerschulungsbereich, und kooperiert mit verschiedenen Leuten auf freier Basis. Er will nicht Arbeitgeber sein. Das hat, wie man sich vorstellen kann, in beiden Fällen zu erheblichen Einkommenseinbussen geführt. Das nehmen die Leute hin, einfach um ein anderes Arbeitsgefühl zu haben.

Darum sollte man diese Bedürfnisse auch durchaus ernst nehmen. Was ich glaube, was ein sehr wesentlicher Punkt ist, ist das Fehlen eines direkten Kommandos, und das Fehlen von einer von aussen gegebenen oder geleiteten Arbeitshetze.
Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, der das Leben auch angenehmer macht. Ob das nun unbedingt durch freiberufliche Tätigkeit sein muss, oder ob das nicht selbst auch im Fordismus - wie die DDR das vorgemacht hat - möglich ist, das sei dahingestellt. Ich möchte die Frage aber andersrum stellen. Heisst das, dass wenn diese Arbeitsweise vorgezogen wird, dass man auf alles verzichten will, was 100 Jahre ArbeiterInnenbewegung errungen haben in den Normalarbeitsverhältnissen? Ist die andere Seite der Medaille tatsächlich - wie man uns immer wieder vormachen will - dass jeder und jede für alles selbst verantwortlich ist, und für alles selbst sorgen muss? Das würde ich auf jeden Fall mit Nein beantworten.

Die gesellschaftliche Produktionsverhältnisse und Produktionsmechanismen haben sich verändert. Die Leute, die in dieser - atypischen - Form arbeiten sind hoch produktiv. Unter anderem - nicht nur weil es billiger ist, sondern weil es tatsächlich produktiver ist, wird die Arbeit in dieser Form umgestaltet. Freie Kooperation ist - zumindest in den heutigen Produktionsmustern - produktiver ist als immer der gleiche, erzwungen Käfig, in dem man mit den gleichen Leuten produziert unter vorgegeben Bedingungen.
Genau deswegen wird es umgewandelt, deswegen betrifft das nicht nur die selbstständig Beschäftigten oder Freiberufler oder cultural worker, sondern es betrifft tatsächlich auch die Normalarbeitsverhältnisse.
Wenn z.B. Gewerkschaften die Vertretung von Selbstständigen oder Freiberuflern zurückweisen, und so tun als hätten sie mit diesem Bereich nichts zu tun, dann ist das schlichtweg falsch. Obwohl lange Zeit für unsere Gesellschaft dieses fordistische Arbeitsmodell prägend war, würde ich bezweifeln - ohne jetzt genaue Zahlen zu haben - dass es tatsächlich in allen europäischen Gesellschaften einen Mehrheit von fordistischen Normalarbeitsverhältnissen gab.

Das spielt auch keine Rolle, weil das Interessante ist, was gesellschaftlich prägend ist, und wie die Gesellschaft entsprechend gestaltet wird. Von daher ist es auch heute nicht mehr so wichtig den Anteil genau auszurechnen, wieviel es sind, die jetzt so arbeiten, sondern die Frage ist: Ist es gesellschaftlich prägend geworden?
Ganz selbstverständlich werden heute an Angestellte in gewissen Jobs die selben Anforderungen gestellt, als wären sie selbstständig. Die sozialen Kontakte, die Freizeit praktisch mit zu nutzen, in der Freizeit bereit zu sein weitere soziale Kontakte zu knüpfen, ein bestimmte Vorwissen mitzubringen, die eigen Zeit zu nutzen um Sprachen zu lernen, flache Hierarchien etc.
Alles Punkte, die eigentlich in den Bereich der Freiberufler, der feien Kooperation hinein fallen, die wir aber heute in normalen, festen Arbeitsverhältnissen wiederfinden. Das heisst, dass es eine gesellschaftliche Frage ist, und keine Privatfrage derjenigen, die in dieser Form arbeiten. Die andere Seite ist auch, dass die Leute die in solchen Verhältnissen arbeiten auch gar nicht unbedingt auf alles verzichten wollen.
Von den 30 Befragten war nur eine davon überzeugt, dass ein privates Sicherungssystem sinnvoll ist. Alle andere 29 haben gesagt, dass sie der Ansicht sind, dass es genauso für Freiberufler und Selbstständige, ein soziales Sicherheitssystem wie für Festangestellte geben sollte. Wo über Umlagen ein Arbeitgeberanteil eingezahlt wird - auch die cultural worker produzieren ja meisten für jemanden im Auftrag, oder letztendlich zumindest für eine Gesellscaft. Warum sollte da alles an Kosten individualisiert werden? Genauso natürlich Sozialversicherung, Rente, Krankengeld, Unfallgeld etc. weil es dazugehört.
Was das ganze erschwert, ist dass Verwaltung, Institutionen immer alles katalogisieren und einteilen müssen. Wenn man in so ein Muster nicht hineinpasst, dann ist man ganz draussen. Es gibt ja auch beim Arbeitsamt nicht so viele Jobs für cultural workers. Diese Katalogisierung ist bei den meisten sehr schwer vorzunehmen. Wer arbeitet schon nur in einer Sparte, ist dafür ausgebildet worden, und macht das auch immer? Im Zuge dieses Umstands, werden gewissen †berlebensstrategien entwickelt, die weit verbreitet sind, und z.B. darauf abzielen zumindest einen fixen Job zu haben.

Diese Definitionen werden immer schwerer, woraus ich die Konsequenz ziehen würde, dass es nicht darum geht zusätzliche Berufskategorien einführen zu lassen, was ja eine Forderung sein könnte. Sondern, dass es grundsätzlich darum geht sich an Sachen ranzutasten, wie eben ein freier Zugang zu Ressourcen, und eine bestimmte Grundabdeckung für alle.
Das kann aussehen wie eine Forderung nach Grundsicherung, was übrigens bei einem drittel der Befragten als einzig adäquate Antwort auf die Produktion in der Gesellschaft gegeben wurde.

Hier mache ich kurz einen kleine Klammer auf, weil ich denke dass es wichtig ist immer zu wissen wie man diesen Grundlohn fordert. Es sollte natürlich immer etwas sein, was einem Leben ermöglicht und nicht einen neuen Billiglohnsektor aufmacht. Diese Modelle gibt es ja auch von rechts, und beruhen dann darauf, dass man sagt, man zahlt den Leuten ein bisschen was, soviel dass sie davon nicht leben können, und sie aber gleichzeitig bereit sind, für weniger Geld als bisher zu arbeiten. Daher ist auch diese Grundsicherungsdebatte sehr vielschichtig und verzwickt.

Auch wenn diese selbstständige Beschäftigung in den letzten 10 Jahren stetig zunimmt und sich ausweitet, kann man - glaube ich - sagen, die Arbeit insgesamt breitet sich aus. Die normalen Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu, nur nehmen die selbstständigen Beschäftigungsverhältnisse schneller zu.
Das heisst auch, dass perspektivisch diese Selbständigkeit nicht dieses genormte Normalarbeitsverhältnis ersetzten wird. Das charakteristische für diese Produktionsart in der wir uns befinden, ist tatsächlich das nebeneinander existieren von allen möglichen Arbeitsverhältnissen die wie in den letzten 1000 Jahren gesehen haben.

Wir haben die ganze Palette durch, von der abhängigen Beschäftigung, Freiberufler, Kurzarbeit Teilzeit etc. Es geht nicht darum, dass eine bestimmt Vertragsart dominant wird, sondern es wird eine Arbeitsweise dominant.

Ich würde jetzt gerne noch einmal zu dieser Organisierungsfrage kommen. Wie kann das geschehen? Die Forderungen schwirren herum. Viele Leute haben darüber nachgedacht und geredet, überlegt, und immer auf solchen Veranstaltungen, wie diese eine, finden dass immer alle richtig. Trotzdem ergibt sich eigentlich nie etwas daraus. Das ist auch relativ logisch. Denn wenn man sich ein wenig die Geschichte anguckt, sind Veränderungen von Gesellschaftssystemen von Sozialsystemen eigentlich nie aus humanistischen Gründen von oben erfolgt, sondern stets als Folge eines von unten vorgetragenen Drucks.

Was heisst das für cultural worker, für selbstständig Beschäftigte? Die Gewerkschaft will euch sowieso nicht, und selbst wenn sie euch wollte, würde sie euch ausser einer kleinen Rechtsberatung und den monatlichen Beiträgen, die sie kassiert, nichts bieten können. Denn das Problem liegt nicht nur darin wie die Gewerkschaft denkt, sondern insgesamt darin wie die gesamte Arbeit ausgerichtet ist, wie sie strukturiert ist, wen sie vertritt und wie sie bestimmt Sachen vertritt.
Es ist ja schon erstaunlich, dass Gewerkschaften weiterhin an diesem traditionellen Modell des Streiks festhalten und das weiterhin als Kampfinstrument verkaufen, obwohl wenn man sich das genau anguckt dass eigentlich überhaupt keine Auswirkungen mehr hat. Im Gegenteil, es gibt mittlerweile sehr viele Unternehmen, die mit Streiks rechnen, um †berkapazitäten abzubauen. Trotzdem halten die Gewerkschaften daran fest.
Also zu glauben, dass sie dann in einem Bereich, mit dem sie sich noch nie beschäftigt haben besonders innovativ und aktiv werden, wenn sie das noch nicht einmal in ihrem eigen Bereich schaffen, ist ein bisschen illusorisch. Die Initiative muss also von euch kommen.

Dazu ist es wichtig in so einer Organisierung in welcher Form auch immer, in Foren, in Netzwerken, in Diskussionen, als ersten Schritt zu schauen: Was ist die Lage? Was sind die Forderungen? Was sind die Bedürfnisse? und das zu artikulieren. Nicht nur um das nach aussen zu tragen, sondern um das selbst auch klar zu haben, um natürlich Bewusstseinsprozesse auszulösen.

Dann geht es sicher darum dieses politische Subjekt zu konstituieren, und eben von individuellen zu kollektiven Strategien zu kommen. Alles was es bisher gibt sind individuelle Strategien, teilweise in einem kollektiven Charakter, in einem Netzwerk, aber nie als gesellschaftliche, als kollektive Strategien gedacht.

Ich möchte jetzt noch zwei Stränge in die Diskussion werfen, wo vielleicht auch weitergedacht werden kann.

Zum einen denke ich, dass, obwohl dieses neoliberale System sozial und ökonomisch vollkommen zugespitzt ist, hat es zugleich in der Aussendarstellung immer so einen Weichzeichner. Alles ist freiwillig, alle ist schön, und wir verstehen uns alle so gut, keine Hierarchien. Das ist natürlich ein Problem, auch noch in dieser Ausdifferenziertheit der Arbeitsverhältnisse. Es ist ja nicht so, dass man sich automatisch organisiert. Organisierung ist heute viel stärker ein subjektiver Akt der von den Leuten gewollt werden muss, für den Zeit investiert werden muss.
Gleichzeitig heisst das aber, bei all dieser Vielfältigkeit und diesem Weichzeichner, dass der Interessenskonflikt nicht sichtbar ist. Das zieht sich ja durch alle Bereich durch.

Kleiner Einwurf: Mir ist den letzten Jahren aufgefallen, dass ganz viele Tätigkeiten, die vorher überhaupt keine kulturellen Tätigkeiten waren, heute als diese deklariert werden, weil man sie dann niedriger bezahlen kann. Weil es ja dafür keine Tarife gibt. Es geht darum, diesen Konflikt wieder sichtbar zu machen, das ist eine ganz wichtige Sache. Das ist individuell glaube ich sehr schwer. Es müssen also Mechanismen gefunden werden, durch einen öffentliche Repräsentation nach aussen, diesen Konflikt sichtbar zu machen. Und, es müssen Möglichkeiten gefunden werden, wirksam mit der Arbeit in Konflikt zu treten.

Der zweite Strang der eine Möglichkeit aufmacht ist, zu gucken wo es Schnittstellen mit andern gesellschaftlichen Bereichen gibt, die dann auch tatsächlich eine Interessensvertretung einen Kampf zu einer Stärke führen.
Schnittstellen können z.B. der freie Zugang zu Ressourcen sein.
Das ist nicht nur für Freiberufler ein Problem, sondern für sehr viele die marginalisiert sind, für Alleinerziehende, für arme Familien, für Arbeitslose usw.
Dieser freie Zugang zu Ressourcen ist eine ganz wichtige Sache. Gleichzeitig wird alles immer teurer und vieles soll sich auf einmal selber tragen. Vor allem gibt es die Vorschläge dass sich Kultur selbst tragen soll. Das ist immer eine gesellschaftliche Definition, und man darf meiner Meinung nach nie auf diesen Trick reinfallen, dass man sich auf die Frage einlässt: Wie trägt sich das ? Was bringt das ökonomisch hervor Vielmehr muss gefragt werden: Was ist der gesellschaftliche Nutzen? Danach wird dann gesellschaftlich entschieden.

Dieser freie Zugang zu Ressourcen ist aus der direkten Situation sehr wichtig. Wir sind ständig produktiv für dieses System, dann soll das System auch dafür zahlen. Mit ständig produktiv meine ich, dass ich natürlich meine Artikel irgendwie schreibe, aber dass die Zeitung die von diesem Artikel profitiert, gleichzeitig auch davon profitiert, dass ich in meiner Freizeit Sachen lese zu dem Thema, dass ich mich mit Leuten über das Thema unterhalte, dass ich die entsprechenden Kontakte knüpfe.

Ich denke also, dass dieser freie Zugang zu Ressourcen, dadurch dass er eine Unmittelbarkeit von Bedürfnissen und Bedüfnisbefriedigung vermittelt, eine Möglichkeit ist eine Schnittstelle mit vielen andern gesellschaftlichen Bereichen zu finden, und daraus etwas zu entwickeln.

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